Angststörungen

Erscheinungsbild:

Panikstörungen:
Unerwartet und plötzlich auftretende Panikattacken, begleitet von körperlichen Symptomen wie Atemnot, Schwindel oder Zittern, Auftreten bei Einengung der Bewegungsfreiheit oder bei Entfernung von sicheren Orten oder Personen; Angst zu sterben, Angst vor Ohnmacht oder Panikanfall mit der Befürchtung, dass Hilfe nicht schnell genug verfügbar ist.

Soziale Phobien:
Angst vor Situationen, in denen die eigene Person im Mittelpunkt steht oder Angst vor Versagen, Demütigung oder peinlichen Situationen

Spezifische Phobien:
Angst vor einem Gegenstand bzw. einer Situation (z.B. Tiere, geschlossene Räume, Höhen, Anblick von Blut, Flugreisen)

Mögliche Folgen:

Einschränkung des Bewegungsraumes, sozialer Rückzug bis zur Isolation, berufliche Leistungsfähigkeit, steigende Abhängigkeit von anderen Personen.

Entstehungsmodell (nach Ehlers & Margraf, l989)

Interne und externe Stressoren (körperliche Anstrengung, chemische Substanzen, situative Bedingungen, emotionale Reaktionen) führen zu körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Herzklopfen, Schwindel oder Zittern. Die Wahrnehmung dieser Veränderungen und deren Assoziation mit Gefahr führt zur Angstreduktion. Diese wiederum bedingt eine Steigerung der körperlichen Symptome, was einen sich immer mehr aufschaukelnden Teufelskreisprozess zur Folge hat. Dieser ist der Ausgangspunkt für ein immer komplexeres Vermeidungsverhalten, was die Erfahrung verhindert, dass eine angstauslösende Situation sich tatsächlich als völlig harmlos herausstellen kann.

Therapie:

Als erfolgreichste Methode hat sich die Expositionsbehandlung in vivo herausgestellt, d.h. Reizkonfrontation mit Reaktionsverhinderung in möglichst lebensnahen Situationen. Dies beinhaltet die Vermittlung von Erklärungskonzepten der Angst, das Vertrautwerden mit Auslösesituationen und das Aufgeben von Vermeidungsverhalten.
Die Patienten werden direkt mit angstauslösenden Alltagssituationen konfrontiert und am Ausüben von Vermeidungsverhalten gehindert. Dies führt zu einem Habituationsprozess und der Erfahrung, dass eine Angstüberwindung mit gezielten Bewältigungsstrategien auch ohne Flucht oder Vermeidung möglich ist.

Rosa Hatz
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