Die missbräuchliche Verwendung psychoaktiver Substanzen bezeichnet man mit den Begriffen "Schädlicher Gebrauch" und "Abhängigkeit".
Merkmale eines Substanzmissbrauches (nach Margraf 1996)
· Einengung des Verhaltensrepertoires auf die Ausführung eines regelmässigen Konsummusters
· Zunehmende Bedeutung der Substanzeinnahme im Verhältnis zu anderen Verhaltensweisen, trotz damit verbundner negativer Konsequenzen
· Entwicklung einer Toleranz
· Auftreten von Entzugssymptomen nach kurzen Abhängigkeitsperioden
· Konsum von psychoaktiven Substanzen, um den Entzug zu vermeiden
· Entwicklung eines Zwangs zum Substanzgebrauch, damit verbunden "craving" (unstillbare Gier, die Substanz einzunehmen) und die Unfähigkeit, die Einnahme zu kontrollieren sowie
· Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das genannte Syndrom nach Phasen der Abstinenz sich sofort voll entwickelt, wenn es zu einem ersten Rückfall kommt.
Therapie:
Es gibt neben der stationären Drogen- oder Alkoholtherapie und der Substitution bei harten Drogen auch die Möglichkeit ambulant eine Drogentherapie durchzuführen.
Dies setzt jedoch sehr hohe Motivation und Veränderungsbereitschaft voraus.
Nach Kanfer (1986) gibt es vier Phasen der Motivierung, die dann zu einer vertraglich vereinbarten Behandlung inklusive Rückfallprävention führt.
1. Strukturierung der therapeutischen Rollen und Aufbau einer therapeutischen Allianz
2. Entwicklung einer Verpflichtung zur Verhaltensänderung
3. Verhaltensanalyse
4. Gemeinsame Ausarbeitung der Behandlung